Sella-Runde in den Dolomiten – vier Klassiker oder doch fünf Alpenpässe?

Sella-Runde in den Dolomiten – vier Klassiker oder doch fünf Alpenpässe?

vor 1 Tag

Die Sella-Runde (Sella Ronda) gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Alpenrouten überhaupt. Kaum eine andere Rundtour verbindet so viele hochalpine Eindrücke auf so kompakter Strecke – und genau deshalb stellt sich immer wieder eine scheinbar einfache, aber spannende Frage:
Wie viele Alpenpässe umfasst die Sella-Runde eigentlich? Vier oder fünf?

Sella-Runde in den Dolomiten – vier Klassiker oder doch fünf Alpenpässe?
Sella-Runde in den Dolomiten – vier Klassiker oder doch fünf Alpenpässe?
Auffahrt zum Sellajoch (links) und Sella del Gulac (rechts)

Eine Rundfahrt um ein einzigartiges Bergmassiv

Die Strecke umrundet vollständig das imposante Sella-Massiv, ein gewaltiges Felsplateau mitten in den Dolomiten. Von jeder Seite eröffnet sich ein neuer Blickwinkel auf diese monumentale Bergwelt – ein echtes Highlight, egal ob auf zwei oder vier Rädern.

Geografisch liegt die Route zwischen Cortina d’Ampezzo im Osten, Wolkenstein in Gröden und St. Christina in Gröden im Westen sowie Canazei im Süden. Damit führt die Sella-Runde durch Venetien, Trentino und Südtirol zugleich.

Kurz, intensiv – und sehr beliebt

Mit rund 52 Kilometern Länge ist die Runde überschaubar, aber keineswegs langweilig. Unter guten Bedingungen lässt sich die Strecke inklusive Pausen entspannt in einem halben Tag fahren. Die reine Fahrzeit liegt oft bei etwa 90 Minuten – zumindest theoretisch.

In der Praxis sorgt die enorme Beliebtheit jedoch für volle Straßen, vor allem an Wochenenden und in den Ferien. Die perfekt ausgebaute Infrastruktur mit breiten Fahrbahnen, gutem Asphalt und großzügigen Kurvenradien zieht nahezu alle Verkehrsteilnehmer an. Wer maximalen Fahrspaß sucht, sollte daher unter der Woche oder in der Vor- bzw. Nachsaison unterwegs sein.

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Vier offiziell anerkannte Alpenpässe

Traditionell werden zur Sella-Runde diese vier Alpenpässe gezählt:

Passo di Sella (Sellajoch)
Passo di Pordoi (Pordoijoch)
Passo Campolongo
Passo di Gardena (Grödnerjoch)

Alle liegen hochalpin, fast alle über der 2.000-Meter-Marke, und reihen Kurve an Kurve – insgesamt rund 180 Kehren und zahlreiche Höhenmeter.

Der fünfte Pass: klein, unscheinbar – aber real

Zwischen Sellajoch und Grödnerjoch befindet sich jedoch ein weiterer Übergang: die Sella del Gulac.

Dieser eher unbekannte Pass liegt in einer markanten 180-Grad-Kurve, etwa vier Kilometer vom Grödnerjoch entfernt. Er ist kaum beschildert, wird oft übersehen – erfüllt aber geografisch alle Kriterien eines eigenständigen Alpenpasses. Wer genau hinschaut (oder kurz anhält, es gibt einen kleinen unbefestigten Parkplatz), entdeckt hier einen besonders eindrucksvollen Blick auf das Sella-Massiv.

Also: vier oder fünf?

Die Antwort hängt von der persönlichen Definition ab. Offiziell bleibt es bei vier Pässen. Geografisch betrachtet kann man jedoch guten Gewissens von fünf befahrenen Alpenpässen sprechen. Jeder entscheidet selbst, wie er seine Sella-Runde zählt.

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Wer nach der Runde noch Zeit und Lust hat, findet in direkter Umgebung weitere Klassiker wie den Passo Falzarego, den Passo Fedaia, den Passo di Giau oder den Passo di Valparola.

Sprachlicher Ursprung

Der Name „Sella“ stammt aus dem Ladinischen, einer bis heute in der Region gesprochenen Sprache, und bedeutet so viel wie „Sattel“ – eine sehr treffende Beschreibung für diese hochalpine Landschaft.

Fazit:
Egal ob man vier oder fünf Pässe zählt – die Sella-Runde ist und bleibt eine der eindrucksvollsten Alpenrouten Europas. Wer sie bewusst plant und zum richtigen Zeitpunkt fährt, wird mit maximalem Panorama und Fahrspaß belohnt.