Vor 60 Jahren: Lille-Bror Nasenius gewinnt die Rallye-Europameisterschaft in einem Opel Rekord.

Vor 60 Jahren: Lille-Bror Nasenius gewinnt die Rallye-Europameisterschaft in einem Opel Rekord.

vor 2 Minuten
  • Erfolgreiches Team: Nasenius und Opel gewinnen 1966 die Rallye-Europameisterschaft und bis 1971 insgesamt fünfmal die schwedische Rallye-Meisterschaft
  • Erfolgsserie für Opel: Vom Sieg bei der Rallye-Europameisterschaft 1966 bis zum Triumph bei der Rallye-Weltmeisterschaft 1982
  • Zukunftsweisender Rallyesport: Opel übernimmt mit dem vollelektrischen ADAC Opel GSE Rally Cup eine Vorreiterrolle im lokal emissionsfreien Markenpokal-Motorsport
Vor 60 Jahren: Lille-Bror Nasenius gewinnt die Rallye-Europameisterschaft in einem Opel Rekord.
Vor 60 Jahren: Lille-Bror Nasenius gewinnt die Rallye-Europameisterschaft in einem Opel Rekord.

Opel und der Motorsport sind seit Jahrzehnten untrennbar miteinander verbunden. Heute sorgen der ADAC Opel GSE Rally Cup – und schon bald auch Opels Einstieg in die Formel E – für Spannung, Emotionen und Spitzenleistungen. Vor genau sechzig Jahren erreichte der Hersteller seinen ersten großen Meilenstein im Rallyesport: Im Herbst 1966 sicherte sich der Schwede Lille-Bror Nasenius den Titel in der Rallye-Europameisterschaft – in einem Opel Rekord B. Der Sieg in der Gruppe 1 (Serien-Tourenwagen) war ein Triumph auf höchstem Niveau, da die Rallye-Weltmeisterschaft erst viele Jahre später ins Leben gerufen wurde. Zudem markierte dieses historische Ereignis Opels Durchbruch als Hersteller beeindruckender Rallye-Fahrzeuge, der 1982 in dem souveränen Sieg von Walter Röhrl und Christian Geistdörfer in der Rallye-Weltmeisterschaft mit einem Opel Ascona 400 gipfelte.

Heute nimmt Opel erneut eine Vorreiterrolle im Rallyesport ein. Mit dem ADAC Opel GSE Rally Cup und dem neuen Mokka GSE Rally-Wagen, der bis zu 207 kW (281 PS) elektrische Leistung und 345 Newtonmeter Drehmoment liefert, zeigt Opel – mittlerweile im sechsten Jahr – was eine rein elektrische Marken-Rallye zu leisten vermag. Spannend, lokal emissionsfrei und mit einer innovativen Ladeinfrastruktur ausgestattet, bietet der Hersteller Rallye-Wettbewerbe auf höchstem Niveau. Doch die Grundlagen dafür legte Opel gemeinsam mit seinen Partnern schon viel früher – vor nunmehr 60 Jahren.

Opel und Lille-Bror Nasenius: Erfolgreiche Rallye-Partner, die eine Vorreiterrolle spielten

Lille-Bror Nasenius begann seine Motorsportkarriere auf Motorrädern, die er auch im Rallycross einsetzte. Bald wechselte er auf vier Räder und sicherte sich seine ersten Klassen- und Gesamtsiege bei regionalen Wettbewerben. Im Januar 1966 gelang es Opel schließlich, den Schweden zum Profiwechsel zu bewegen, und man nahm ihn als Fahrer unter Vertrag.

Der Zeitpunkt für den Einstieg in die Welt des Rallyesports hätte für den Hersteller aus Rüsselsheim kaum besser sein können. Während die Fahrzeuge mit dem Blitz-Emblem bereits als leicht, wendig und äußerst robust galten, lieferte der für das Modelljahr 1966 eingeführte, hochmoderne CiH-Motor einen weiteren entscheidenden Grund. In der Spitzenversion mit 1,9 Litern Hubraum leistete der Vierzylinder-Motor für damalige Verhältnisse beachtliche 66 kW (90 PS). Dank seines geringen Leergewichts von nur 990 Kilogramm wies der neue Opel Rekord B ein Leistungsgewicht auf, das dem der meisten damaligen Konkurrenten deutlich überlegen war.

Hotel Empfehlungen Werbung

Für Lille-Bror Nasenius spielten noch weitere persönliche Aspekte eine Rolle: Der Opel Rekord 1900 S war ebenso zuverlässig wie sicher – überzeugende Gründe für den damaligen Vater von zwei Kindern, da ihm die zweitürige Limousine nicht nur als Auto zur Jagd nach Bestzeiten, sondern auch als Familienauto diente. Es war alltagstauglich, da es sich – abgesehen von anderen Reifen und Stoßdämpfern – um einen serienmäßigen Rekord B handelte. Und genau mit diesem Auto gewann Nasenius im selben Jahr sowohl die schwedische Rallye-Meisterschaft als auch die Europameisterschaft für Serien-Tourenwagen – ein durchschlagender Erfolg und der Beginn einer glanzvollen Karriere.

Für die Saison 1967 wechselte Lille-Bror Nasenius zum neuen Opel Rekord C, der von demselben Motor angetrieben wurde. Trotz seiner sichtbar größeren Abmessungen wies er ein Leergewicht von nur 1.025 Kilogramm auf, war aber dank seiner präzise geführten Hinterachse mit Schraubenfedern spürbar wendiger. Zudem bestritt der rasante Schwede mehrere Rennen in einem Opel Commodore A, dem Sechszylinder-Pendant zum Rekord C. Das Ergebnis für dieses Jahr: Nasenius wurde Vize-Europameister – und das nur knapp.

1968 wechselte er zum deutlich leichteren und noch wendigeren Rallye-Kadett 1900 S – mit dem er auf Anhieb vier Gesamtsiege errang. Und so ging es weiter: 1969 erneut im Rallye Kadett, jedoch mit Björn Cederberg als neuem Beifahrer, mit dem er fortan ein echtes Dreamteam bildete und bis 1971 jedes Jahr in Folge die schwedische Rallye-Meisterschaft gewann. Und in seinen letzten beiden Vertragsjahren bei Opel, 1972 und 1973, fuhr er den damals beliebten Ascona in seiner gewohnt erfolgreichen Art. Walter Röhrl – einer seiner direkten Rivalen jener Zeit – erinnert sich sehr gut an den „unglaublich hilfsbereiten Schweden“, mit dem er „trotz des harten Wettbewerbs ein sehr kollegiales, fast freundschaftliches Verhältnis“ hatte.

Für die Saison 1977 kehrte Lille-Bror Nasenius noch einmal in die Welt des Rallyesports zurück und bestritt sieben Meisterschaftsläufe in einem Opel Kadett C 1200 S, wobei er bei zwei davon den ersten Platz in seiner Klasse belegte. Seine offizielle Rallyekarriere endete somit nach 11 Gesamtsiegen und 35 Klassensiegen, von denen er 9 bzw. 31 in und mit einem Opel errang.