30 JAHRE CITROËN BERLINGO – DIE GESCHICHTE VON VOR SEINER ZEIT BIS HEUTE.
- Praktisches Nutzfahrzeug und vielseitiger Familien-Allrounder
- Und: Die Vor-Geschichte: AZU, Acadiane und C15
- Noch bis zum 12. April im Rahmen der Retro Classics Essen in Halle 5, Stand A40 zu entdecken
Der Citroën Berlingo gehört heute zu den prägendsten Fahrzeugen im Segment der Hochdachkombis. Seit seiner Weltpremiere im Herbst 1996 steht das Modell für eine Kombination aus praktischer Nutzbarkeit, großzügigem Raumangebot und innovativer Technik – Eigenschaften, die ihn gleichermaßen bei Familien, Gewerbetreibenden und Flottenkunden beliebt machen.
Die Idee eines kompakten und vielseitigen Nutzfahrzeugs hat bei Citroën jedoch eine deutlich längere Tradition. Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte die Marke Transportlösungen für kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe. Fahrzeuge wie der Citroën AZU, die Acadiane oder später der C15 wurden zu festen Größen im europäischen Wirtschaftsleben. Diese Modelle verband eine gemeinsame Philosophie: maximale Funktionalität bei minimalen Betriebskosten. Große Ladevolumen, robuste Technik und einfache Wartung machten sie zu idealen Arbeitsfahrzeugen.
Mit dem Berlingo ging Citroën schließlich einen entscheidenden Schritt weiter: Statt eines reinen Nutzfahrzeugs entstand ein Modell, das konsequent sowohl als Transporter als auch als komfortables Alltagsauto konzipiert wurde. Der Erfolg gab dem Konzept recht. Seit 1996 wurden weltweit mehr als drei Millionen Berlingo verkauft, womit das Modell zu den erfolgreichsten Fahrzeugen in der Geschichte der Marke zählt.
Über drei Generationen hinweg entwickelte sich der Berlingo kontinuierlich weiter – technisch, gestalterisch und funktional. Heute reicht das Angebot von klassischen Nutzfahrzeugvarianten bis zu vollelektrischen Versionen.
Zum Auftakt des Jubiläumsjahres blickt Citroën auf diese Entwicklung zurück – von den historischen Vorläufern bis zur aktuellen Generation.
Citroën AZU – die „Kastenente“ als Urvater der praktischen Transporter
Der Citroën AZU zählt zu den wichtigsten Nutzfahrzeugen der frühen Nachkriegszeit und gilt als einer der direkten Vorläufer moderner kompakter Transporter. Er wurde ab 1951 auf Basis des legendären 2CV entwickelt und richtete sich gezielt an Händler, Handwerker und kleine Betriebe, die ein günstiges, robustes und vielseitiges Fahrzeug benötigten. Die Konstruktion folgte dem gleichen Prinzip wie der 2CV: geringes Gewicht, einfache Technik und hohe Alltagstauglichkeit. Gleichzeitig bot der AZU durch seinen geschlossenen Kastenaufbau ein deutlich größeres Ladevolumen als der Pkw. Mit einer Nutzlast von rund 250 Kilogramm und einer großen Heckklappe war der AZU ideal für Lieferdienste und Gewerbetreibende geeignet. Seine robuste Federung sorgte zudem dafür, dass auch auf schlechten Straßen empfindliche Ladung sicher transportiert werden konnte.
Der berühmte Eier-Test: Die Federung der gesamten 2CV Familie – und damit auch des AZU – wurde mit einer ungewöhnlichen Vorgabe entwickelt, ein Bauer sollte einen Korb mit Eiern über einen frisch gepflügten Acker fahren können, ohne dass sie zerbrechen. Das Ergebnis war die legendär weiche Langhubfederung, die bis heute zu den Markenzeichen der Marke zählt.
Besonders bemerkenswert war auch die enorme Vielseitigkeit: Der AZU wurde in zahlreichen Branchen eingesetzt – vom Bäcker über den Elektriker bis zum Postdienst. Besonders in Frankreich war der AZU ein Standardfahrzeug der Postzustellung.
Bis Ende der 1970er-Jahre hinein blieb die „Kastenente“ ein vertrauter Anblick im europäischen Straßenbild und etablierte bei Citroën früh die Idee eines kompakten, funktionalen Nutzfahrzeugs mit maximaler Raumeffizienz.
Das auf der Retro Classics ausgestellte Fahrzeug zeigt den AZU in einer historischen Ausführung mit zeitgenössischer Werbung – ein authentischer Einblick in die Arbeitswelt der 1950er- und 1960er-Jahre.
Citroën Acadiane – der Übergang in eine neue Generation
Ende der 1970er-Jahre modernisierte Citroën sein Konzept der kleinen Nutzfahrzeuge mit der Einführung der Acadiane.
Der Name ist ein Wortspiel: „Acadiane“ ist eine Kombination aus zwei Begriffen: AK – die interne Bezeichnung des 2CV Kastenwagen und Dyane – das Pkw-Modell, auf dem sie technisch basiert. So entstand der ungewöhnliche Name Acadiane.
Das Modell wurde 1978 vorgestellt und basierte technisch auf der Citroën Dyane, die ihrerseits eine Weiterentwicklung der 2CV war. Die Acadiane kombinierte die bekannte, robuste Technik mit einem neu gestalteten Kastenaufbau und verbesserter Ergonomie.
Mit einer Nutzlast von bis zu 475 Kilogramm und einem Ladevolumen von rund 2,3 Kubikmetern bot sie deutlich mehr Transportkapazität als ihre Vorgänger.
Auch in puncto Fahrkomfort und Bedienbarkeit machte die Acadiane einen Schritt nach vorn. Verbesserte Sitze, eine modernisierte Innenausstattung und ein stärkerer Zweizylindermotor machten sie zu einem alltagstauglichen Arbeitsfahrzeug für unterschiedlichste Einsatzzwecke.
Bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1987 wurden mehr als 250.000 Exemplare gebaut.
Die Acadiane markiert in der Citroën Historie den Übergang von den klassischen, sehr einfachen Nutzfahrzeugen der 2CV Ära zu moderneren Konzepten – und damit auch einen wichtigen Entwicklungsschritt auf dem Weg zum Berlingo.
Citroën C15 – der europäische Bestseller
Mit der Einführung des Citroën C15 im Jahr 1984 gelang der Marke einer der größten Erfolge im Bereich kompakter Nutzfahrzeuge.
Der C15 basierte technisch weitgehend auf dem Citroën Visa, erhielt jedoch einen vollständig neu konstruierten Kastenaufbau und eine vom Citroën BX abgeleitete Hinterachse. Auch ohne Hydropneumatik sorgte sie für einen hohen Fahrkomfort. Das Fahrzeug kombinierte robuste Pkw-Technik mit einer hohen Nutzlast und hervorragender Wirtschaftlichkeit.
Mit einer Nutzlast von bis zu 600 Kilogramm und einem Ladevolumen von rund 2,7 Kubikmetern bot der C15 für seine Größe außergewöhnliche Transportkapazitäten.
Besonders beliebt war er wegen seiner Zuverlässigkeit und niedrigen Betriebskosten. Die sparsamen Diesel- und Benzinmotoren sowie die einfache Wartung machten ihn zu einem idealen Fahrzeug für kleine und mittlere Unternehmen. Der C15 ist der Marathonläufer unter den Nutzfahrzeugen: Viele C15 schafften Laufleistungen von 400.000 bis 500.000 Kilometern – besonders die Dieselversionen.
Der C15 entwickelte sich schnell zu einem europaweiten Bestseller. Insgesamt wurden mehr als 1,18 Millionen Fahrzeuge produziert, bevor das Modell im Jahr 2005 endgültig auslief. In Frankreich war der C15 so verbreitet, dass er fast zu einem kulturellen Symbol wurde. Im Internet existieren bis heute zahllose „C15-Memes“, die zeigen, wie absurd viel Ladung mit ihm transportiert werden kann und auch im französischen Straßenbild ist er bis heute präsent.
Seine enorme Verbreitung und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten machten ihn zu einem festen Bestandteil des europäischen Wirtschaftslebens – und zu einem wichtigen Wegbereiter für den späteren Berlingo.
Citroën Berlingo – der Begründer eines neuen Segments
Als Citroën im Jahr 1996 den Berlingo präsentierte, war das Fahrzeug ein Novum. Er verband die Eigenschaften eines kompakten Transporters mit der Alltagstauglichkeit eines Pkw – und begründete damit maßgeblich das Segment der Hochdachkombis. Damit war der Berlingo das erste echte „Dual Use“-Konzept. Hier verfolgte Citroën erstmals konsequent die Idee, Nutzfahrzeug und Familienauto auf derselben Plattform anzubieten. Das war Mitte der 1990er-Jahre ungewöhnlich – heute ist es Standard.
Berlingo Generation 1 (1996–2008) – Die erste Generation zeichnete sich durch ihre ungewöhnliche Karosserieform mit hohem Dach, kurzer Motorhaube und großem Laderaum aus. Charakteristisch waren auch die seitlichen Schiebetüren, die den Zugang zum Innenraum deutlich erleichterten. Neben der Nutzfahrzeugversion entwickelte sich schnell auch eine Pkw-Variante für Familien und Freizeitnutzer. Schon kurz nach der Einführung entstanden zahlreiche Mini-Camper-Umbauten des Berlingo. Noch heute gilt er als Geheimtipp für kompakte Camper.
Berlingo Generation 2 (2008–2018) – Mit der zweiten Generation wurde der Berlingo deutlich moderner. Die neue Plattform bot mehr Komfort, bessere Sicherheitsausstattung und eine deutlich verbesserte Geräuschdämmung. Das Modell etablierte sich endgültig sowohl als vielseitiges Familienauto als auch als zuverlässiges Nutzfahrzeug.
Berlingo Generation 3 (ab 2018) – Die dritte Generation brachte eine komplett neue Architektur, zahlreiche Fahrerassistenzsysteme und ein nochmals gesteigertes Platzangebot. Varianten mit unterschiedlichen Fahrzeuglängen erweiterten die Einsatzmöglichkeiten.
Mehr Informationen zum aktuellen Berlingo gibt es in der Pressemappe hier: DIGITAL, VIELSEITIG UND BREITE MOTORENWAHL: DER CITROËN BERLINGO | Citroën | Stellantis Media
Natürlich auch zum Berlingo Kastenwagen, hier: CITROËN BERLINGO KASTENWAGEN: PRAKTISCH, VARIABEL UND ËLEKTRISCH | Citroën | Stellantis Media
WEITERE CITROËN KLASSIKER AUF DER RETRO CLASSICS ESSEN 2026
Neben der Berlingo Historie präsentieren die bundesdeutschen Citroën Clubs eine Auswahl bedeutender Modelle aus verschiedenen Jahrzehnten der Markengeschichte.
Kompakte Klassiker
Citroën Ami 6: Der Ami 6 wurde im Frühjahr 1961 vorgestellt. Das Design stammte, wie bei TA, DS und 2CV ebenfalls vom genialen Designer Flamino Bertoni und war sein persönliches Lieblingsfahrzeug. Die Übersetzung von Ami auf Deutsch lautet Freund. Der Ami 6 schloss die bis dahin vorhandene Lücke zwischen 2CV und DS und war mit über einer Million verkaufter Fahrzeuge (ganz genau 1.039.384 Einheiten) ein großer Verkaufserfolg für Citroën.
Citroën LN: Der LN aus den späten 1970er-Jahren war ein kompakter Stadtwagen, der nach der Ölkrise als erstes Fahrzeug gemeinsam mit Peugeot entwickelt wurde. Er kombinierte einfache Technik mit geringem Gewicht und sollte vor allem eine besonders wirtschaftliche Mobilität ermöglichen.
Citroën ECO 2000: Das Forschungsprojekt ECO 2000 entstand in den 1980er-Jahren im Rahmen eines französischen Regierungsprogramms zur Entwicklung besonders effizienter Fahrzeuge. Aerodynamik, geringes Gewicht und niedriger Verbrauch standen im Mittelpunkt dieses experimentellen Konzepts.
Citroën AX: Der AX wurde 1986 eingeführt und war eines der leichtesten Fahrzeuge seiner Klasse. Durch konsequenten Leichtbau und effiziente Motoren überzeugte er mit niedrigem Verbrauch und agilen Fahreigenschaften.
Citroën Saxo Tonic 1.1 (1999): Der Saxo gehörte in den späten 1990er-Jahren zu den beliebtesten Kleinwagen von Citroën. Die Sonderversion „Tonic“ zeichnete sich durch eine frische Farbpalette und eine besonders jugendliche Ausstattung aus. Das ausgestellte Fahrzeug stammt aus erster Hand und präsentiert sich in der auffälligen Farbe Mango-Orange.
Luxusmodelle
Citroën ID19B (1967): Die ID war die technisch etwas einfachere Schwester der legendären DS. Sie bot ebenfalls die hydropneumatische Federung und ein außergewöhnlich komfortables Fahrgefühl, das Citroën weltweit berühmt machte.
Citroën SM: Der 1970 vorgestellte SM verband französische Avantgarde mit italienischer Technik: Ein leistungsstarker Maserati-Motor und ein futuristisches Design machten ihn zu einem der außergewöhnlichsten Gran Turismo seiner Zeit. Der Präsidenten-Citroën: Der SM war das Dienstfahrzeug mehrerer französischer Präsidenten. Heute gehört das Modell SM offiziell in die Geschichte von DS Automobiles. Aktuelle DS Modelle werden auch 2026 noch vom französischen Staatschef gefahren.
Citroën CX Prestige 2.5 ie: Der CX war in den 1970er- und 1980er-Jahren das Flaggschiff der Marke. Die Prestige-Version verfügte über einen verlängerten Radstand und wurde häufig als Repräsentationsfahrzeug genutzt. Der Name CX kommt aus der Aerodynamik: „Cx“ bezeichnet im Französischen den Luftwiderstandsbeiwert.
Citroën XM: Der XM setzte ab 1989 die Tradition der großen Citroën Limousinen fort. Mit elektronisch gesteuerter Hydropneumatik, avantgardistischem Design – vom legendären italienischen Designstudio Bertone entworfen – und hohem Komfort galt er als technologisch besonders anspruchsvoll.