Robert de Haan gewinnt den dritten Saisonlauf des Porsche Supercup.
vor 2 Stunden
Robert de Haan hat sich nach hartem Kampf gegen seinen BWT Lechner Racing-Teamkollegen Marcus Amand durchgesetzt. Bei Lufttemperaturen jenseits von 30 Grad Celsius und Asphalttemperaturen von annähernd 50 Grad auf dem Red Bull Ring entwickelte sich der dritte Lauf zum Porsche Mobil 1 Supercup zur Hitzeschlacht. Platz zwei ging an den Niederländer Flynt Schuring (Schumacher CLRT). Der Porsche-Junior profitierte von einem Reifenschaden am Porsche 911 Cup des lange führenden Amand. Dritter wurde der Südafrikaner Keagan Masters aus dem Team Proton Competition.
Nach einem perfekten Start hatten sich die beiden 911 Cup des Teams BWT Lechner Racing an die Spitze des 30 Porsche umfassenden Teilnehmerfelds geschoben. Als Führender sah sich Marcus Amand umgehend den Attacken von de Haan ausgesetzt, konnte die Angriffe aber zunächst parieren. Vier Runden vor Schluss nutzte der Niederländer einen Fehler des Porsche-Juniors in Kurve 1 und übernahm die Spitze. Im vorletzten Umlauf musste Amand dann einen Reifenschaden hinnehmen. Der Finne rettete sich auf dem zwölften Rang ins Ziel.
Hiervon profitierte Flynt Schuring. Mit dem 911 Cup von Schumacher CLRT hatte sich der Sieger des zweiten Saisonlaufs in Barcelona stets in Schlagdistanz zum führenden Lechner-Duo aufgehalten. Auf dem zweiten Tabellenplatz liegt nun Theo Oeverhaus. Der Deutsche aus dem Team Martinet by Alméras fuhr in Spielberg auf Rang sechs. In der Meisterschaftswertung weist er fünf Punkte Rückstand auf Schuring auf.
Als bester der elf Rookie-Fahrer kam Andrea Bristot auf Rang drei ins Ziel. Nach dem Start war es zwischen den Rennwagen des Italieners und des Polesitters Paul Cauhaupé (FRA, Martinet by Alméras) zu einem Kontakt gekommen. Cauhaupé verlor hierdurch viele Plätze und wurde am Ende Neunter. Nach dem Rennen erhielt Bristot wegen mehrfachen Überfahrens der Streckenbegrenzung (Track Limits) eine 5-Sekunden-Strafe. Hierdurch fiel er zwei Positionen zurück.
Jacques Villeneuve brachte den VIP-Elfer auf Rang 25 ins Ziel. Der Formel-1-Weltmeister von 1997 war aus der letzten Reihe gestartet. Der Kanadier kam von Runde zu Runde besser in den Rhythmus und konnte sich bis ins Ziel um fünf Positionen verbessern.
Albrecht Reimold, Vorstand Produktion and Logistik der Porsche AG, genoss trotz Gluthitze das Geschehen in der Steiermark: „Der Kundensport hat seit jeher einen hohen Stellenwert bei Porsche, und der Supercup ist seit 33 Jahren eine tragende Säule des Porsche-Kundensports. Daher nehme ich mir immer wieder gerne die Zeit, ein Rennen zu besuchen, mit Fahrern und Teamchefs zu sprechen und mir einen Eindruck vor Ort zu verschaffen. Auch in diesem Jahr haben wir ein starkes Teilnehmerfeld im Porsche Mobil 1 Supercup. 30 Fahrer aus 16 Nationen zeigten ein spannendes Rennen , nicht zuletzt die elf Rookies bereiten viel Freude. Es wurde vom Start bis ins Ziel hart, aber fair gekämpft.“
Das vierte Saisonrennen bestreitet der Porsche Mobil 1 Supercup in drei Wochen auf dem Circuit Spa-Francorchamps in Belgien (17. bis 19. Juli 2026).
Fahrerstimmen nach dem Rennen:
Robert de Haan (NLD/BWT Lechner Racing), Platz 1: „Marcus und ich waren sehr flott unterwegs und konnten uns leicht absetzen. Ich hätte ein bisschen schneller fahren können und habe versucht, ihn unter Druck zu setzen. Sein Pech tut mir sehr leid. Für mich lief alles perfekt. Nach meinem unglücklichen Saisonstart brauche ich alle Punkte, die ich bekommen kann. Umso mehr freue ich mich über meinen ersten Saisonsieg. So kann es in den nächsten Rennen gerne weitergehen.“
Porsche-Junior Flynt Schuring (NLD/Schumacher CLRT), Platz 2: „Vom fünften auf den zweiten Rang nach vorne zu fahren – das war mehr, als wir erwarten durften. Ich konnte mich aus allem heraushalten. Nachdem ich nun an der Spitze der Gesamtwertung liege, kann ich nur sagen: Ich bin happy!“
Keagan Masters (ZAF/Proton Competition), Platz 3: „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis – auch wenn ich, anders als in Barcelona, das Tempo der Führenden nicht ganz mitgehen konnte. Dennoch haben wir das Maximum herausgeholt. Der Start lief sehr gut, und die Pace wurde gegen Rennende immer besser. Durch Bristots Strafe bin ich noch aufs Podium gekommen.“
Porsche-Junior Marcus Amand (FIN/BWT Lechner Racing), Platz 12: „Als ich in Kurve 1 geradeaus gefahren bin und die Spitze an Robert verloren hatte, ging die Reifendruck-Warnlampe im Cockpit an. Da wusste ich, dass ich in Schwierigkeiten stecke. Ich habe einfach versucht, das Auto irgendwie ins Ziel zu retten. Schade, denn meine Pace war gut. Nun werde ich versuchen, in Spa zu gewinnen.“
Jacques Villeneuve (CDN/Porsche AG), Platz 25: „Mir fehlen einfach noch Kilometer im Auto. Nach dem Startunfall in Barcelona habe ich mich hier bewusst aus allem herausgehalten. Als ich meinen Rhythmus gefunden habe, konnte ich zu meinen Vorderleuten aufschließen und einige Positionen gutmachen. Ich beginne zu verstehen, wie der Porsche 911 Cup reagiert. Die Renn-Pace war schon richtig gut, speziell auf gebrauchten Reifen. Nun muss ich herausfinden, wie ich den Performance-Peak der neuen Reifen im Qualifying besser umsetze.“