CITROËN 2CV CONCEPT: DIE SKIZZEN HINTER DEM KONZEPT.

vor 1 Stunde

• Mit dem 2CV Concept* hat Citroën auf dem Pariser Autosalon 2026 eine seiner größten Ikonen neu interpretiert.
• Jetzt zeigt die Marke mit dem Doppelwinkel erstmals die Skizzen hinter dem Konzept und damit, wie aus fast einem Jahr Designarbeit eine moderne Ente entstanden ist.
• Die größte Herausforderung: das Original auf Anhieb erkennbar zu lassen, ohne es einfach zu kopieren.
 

Einen Citroën 2CV erkennt man sofort. Runde Scheinwerfer, weit ausgestellte Kotflügel, ungewöhnliche Proportionen und ein Stoffdach haben die Ente über Generationen hinweg zu einem unverwechselbaren Teil der Automobilgeschichte gemacht. Dazu kommt ein Lebensgefühl, das eng mit dem Auto verbunden ist: Einfachheit, „Joie de vivre“ und ein sympathischer Charakter.

Genau das machte die Entwicklung des neuen 2CV Concept für die Citroën Designer so anspruchsvoll. Wie lässt sich einem Auto neues Leben einhauchen, das so tief im kollektiven Gedächtnis verankert ist? Wie bewahrt man das, was es auf den ersten Blick unverwechselbar macht, und entwickelt daraus gleichzeitig ein konsequent zeitgemäßes Design?

Fast ein Jahr lang beschäftigte sich das Citroën Designteam mit diesen Fragen. Das Ergebnis feierte auf dem Pariser Autosalon 2026 Weltpremiere und stieß dort beim Publikum auf großes Interesse. Nun veröffentlicht Citroën erstmals Skizzen und Zeichnungen aus dem Entstehungsprozess. Sie zeigen den Weg von ersten Ideen und unterschiedlichen Formexperimenten bis hin zu den Entscheidungen, die schließlich das fertige Concept Car geprägt haben.

„Einen neuen 2CV zu entwerfen, ist für jeden Designer ein Traum, gleichzeitig aber auch eine enorme Herausforderung. Der 2CV ist das Lieblingsauto der Franzosen und zugleich das weltweit meistgesammelte Modell. In der Vorstellung vieler Touristen ist er das Auto, das man auf den Straßen, in den Städten und Dörfern Frankreichs sieht. Kein anderer Automobilhersteller kann auf einen 2CV in seiner Geschichte zurückblicken. Deshalb durften wir hier keinen Fehler machen“, sagt Pierre Leclercq, Citroën Design Director.
 

Zwischen Wiedererkennung und Retro-Falle

Von Beginn an ging es deshalb nicht darum, die Form des historischen 2CV einfach zu reproduzieren. Stattdessen arbeiteten die Designer heraus, welche Elemente das Auto bis heute unverwechselbar machen: seine charakteristische Silhouette, die ungewöhnlichen Proportionen, das clevere Grundkonzept und nicht zuletzt seine sympathische Persönlichkeit.

Das 2CV Concept sollte diese Eigenschaften an eine neue Generation weitergeben, ohne dabei zu einer Retro-Kopie zu werden.

Die ersten Entwürfe zeigen, wie unterschiedlich die Designer zunächst mit Silhouette, Frontpartie und Gesamtproportionen experimentierten. Schritt für Schritt entwickelten sie daraus einen dynamischeren und zeitgemäßeren Auftritt, ohne die prägenden Merkmale des Originals aufzugeben.

„Das 2CV Concept wurde mit dem Ziel entwickelt, ein Design aus der Vorkriegszeit mit seinen charakteristischen Kotflügeln neu zu interpretieren und gleichzeitig die heutigen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Um nicht zu stark in eine Retro-Optik abzudriften und auch aus praktischen Gründen für die Kunden haben wir uns gegen die Verkleidung der Hinterräder entschieden. Die Front des Concept Cars sollte sympathisch wirken, ohne dabei wie ein Kinderspielzeug auszusehen“, erklärt Antoine Gaillot-Drevon, Head of Advanced Design bei Citroën.

An der Karosserie finden sich entsprechend zahlreiche vertraute Elemente wieder: die runden und leicht versetzten Scheinwerfer, die gerippte Motorhaube, die von den ersten Generationen des 2CV inspiriert ist, sowie die geschwungene Dachlinie, die sich bis zum hinteren Stoßfänger zieht. Großzügig ausgeformte Kotflügel, klare und gespannte Flanken sowie neu interpretierte Stahlräder verleihen dem Concept Car zugleich einen selbstbewussteren und moderneren Auftritt.

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Jedes Detail erzählt ein Stück 2CV

Die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Modells beschränkte sich jedoch nicht auf die großen Linien der Karosserie. Auch bei den Details suchten die Designer nach Möglichkeiten, den Charakter des 2CV aufzugreifen und gleichzeitig neu zu interpretieren.

„Die Herausforderung beim Neo-Retro-Design besteht darin, die Linien eines bestehenden Fahrzeugs auf einfache Weise auszudrücken und dabei jedes Detail neu zu gestalten. Wir haben das Design des 2CV Concept bewusst menschlicher gestaltet, zum Beispiel mit dem manuell zu öffnenden Stoffdach, damit das Publikum ein Stück seiner kindlichen Begeisterung wiederentdecken kann“, sagt Pierre Icard, Exterior Designer.

Gerade das Stoffdach verdeutlicht diesen Ansatz: Es erinnert unmittelbar an den historischen 2CV, wird aber nicht als nostalgisches Dekorationselement eingesetzt. Es ist eine bewusst einfache, von Hand bedienbare Lösung und damit Ausdruck jener unkomplizierten Grundidee, die schon das Original auszeichnete.
 

Joie de vivre statt digitaler Überladung

Auch im Innenraum folgt das 2CV Concept diesem Prinzip. Statt eine historische Fahrgastzelle nachzubauen, übersetzen die Designer die Funktionalität und den Minimalismus des Originals in die Gegenwart.

Die Sitzbänke, das Einspeichenlenkrad, der Schalthebel auf der Mittelkonsole, das herausnehmbare Radioën und ein Ablagekorb greifen die Geschichte des Modells und seinen cleveren Umgang mit den Anforderungen des Alltags auf. Gleichzeitig verzichtet der Innenraum bewusst auf Überflüssiges.

„Bei der Gestaltung des Innenraums haben wir uns an der Funktionalität und dem Minimalismus des ursprünglichen 2CV orientiert. Im 2CV Concept trifft diese Konzentration auf das Wesentliche auf den Komfort und den fröhlichen Charakter heutiger Citroën Modelle“, erklärt Andreas Stump, Interior Designer.

Entsprechend stehen im Innenraum Raumgefühl, Licht und eine positive Atmosphäre im Mittelpunkt. Kräftige Gelb- und Weißtöne treffen auf ein Karomuster der Sitze und weiche, wohnliche Stoffe. Hinzu kommen zahlreiche kleine „Easter Eggs“, die auf die Geschichte des 2CV verweisen. Gemeinsam sollen sie jene Freiheit und jenen Optimismus widerspiegeln, die wesentlich zum Erfolg des Originals beigetragen haben.

Die historischen Bezüge reichen dabei bis in die Materialauswahl: „Im 2CV Concept entsteht ein echtes Gefühl von Weite und Luftigkeit. Die gelben Farben und Materialien bringen Wärme und Licht in den Innenraum. Wir haben mit dem ‚Madeleine-de-Proust-Effekt‘ gespielt: Beige Akzente erinnern an die Bakelit-Bedienelemente des 2CV. Das gewebte Muster der Materialien wiederum ist eine Anspielung auf Flechtarbeiten, ein beliebtes französisches Handwerk“, erklärt Madeleine Ternisien, Colour, Materials and Finishes Designer.
 

Nicht die Vergangenheit kopieren, sondern ihr Gefühl transportieren

Damit wird deutlich, dass sich die Neuinterpretation des 2CV nicht allein auf seine Form beschränkt. Die Faszination des Originals entstand auch durch die Emotionen, die das Auto auslöste, und durch seine Rolle im Alltag mehrerer Generationen. Genau diesen menschlichen Charakter wollten die Designer erhalten.

Das Ziel war deshalb nicht, Erinnerungen möglichst exakt zu reproduzieren, sondern sie mit heutigen Lebensgewohnheiten zu verbinden. Ein manuell zu öffnendes Stoffdach, gemütliche Sitzbänke und Technologie, die sich nicht demonstrativ in den Vordergrund drängt, stehen für eine Vorstellung vom Automobil, bei der clevere Lösungen den Alltag erleichtern und das Design eine emotionale Verbindung zum Fahrzeug schafft.

Die Resonanz auf das 2CV Concept beim Pariser Autosalon 2026 zeigt, dass die Idee weit über reine Nostalgie hinaus funktioniert. Das Concept Car soll eine Verbindung zwischen Erinnerung und Innovation herstellen und zeigen, dass ikonisches Design auch Jahrzehnte später noch inspirieren, überraschen und neue Emotionen auslösen kann.

Die jetzt veröffentlichten Skizzen machen diesen Prozess sichtbar. Sie dokumentieren nicht nur die Entwicklung eines Concept Cars, sondern auch die zentrale Frage hinter dem Projekt: Wie viel Vergangenheit braucht ein neuer 2CV, damit er sofort als 2CV erkannt wird, und wie viel davon muss man hinter sich lassen, damit tatsächlich etwas Neues entstehen kann?

Den 2CV wieder zum Leben zu erwecken bedeutet nicht die Zeit zurückzudrehen. Es bedeutet, seinen Geist in der Gegenwart lebendig zu halten.
 

* Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug, das nicht frei verkäuflich ist. Das Fahrzeug ist nicht homologiert. Offizielle Angaben des Herstellers zu Verbrauch und Emissionen liegen nicht vor.