Auftakt in das Motorsportjubiläum auf der Retro Classics in Stuttgart.
vor 2 Stunden
Porsche Heritage und Museum startet gemeinsam mit den Besuchern der Retro Classics 2026 offiziell das Jubiläum „Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport“. Vom 19. bis 22. Februar 2026 präsentiert der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen in Halle 1 vier Fahrzeuge, die stellvertretend für den Erfolg auf den Rennstrecken dieser Welt stehen.
Auf der Messe Retro Classics startet Porsche in sein Jubiläumsjahr „Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport“. Von Donnerstag, 19. Februar, bis Sonntag, 22. Februar, präsentiert Porsche Heritage und Museum Episoden, die weit über Siege, Titel und Rekorde hinausgeht. Siebeneinhalb Jahrzehnte Motorsport erzählen von Reglements und technischen Grenzen ebenso wie von Menschen mit kompromisslosem Willen zur Perfektion. „Motorsport ist für Porsche weit mehr als Historie, er ist Teil der Unternehmensidentität“, sagt Achim Stejskal, Leiter Porsche Heritage und Museum. „Wir laden unsere Gäste ein, Porsche Motorsport aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Es geht um Geschichten von Technik, Mut und Menschen.“
Neben vier ausgewählten Rennwagen zeigt Porsche Motorsportexponate aus dem Archiv sowie historische Filmsequenzen. Besonderheit: Eines der ausgestellten Fahrzeuge übernimmt 2026 die Rolle des Motorsportbotschafters für das Porsche Museum und wird als Jubiläumsrepräsentant bei zahlreichen Veranstaltungen eingesetzt. Um welchen Sportwagen es sich handelt und wie besonders dieser gestaltet ist, erfahren die Besucher vor Ort.
Aufeinandertreffen von Rennfahrern aus verschiedenen Generationen
Am 21. und 22. Februar 2026 um 14.00 Uhr lädt Porsche Heritage und Museum zu einer Gesprächsrunde unter dem Titel „Perspektivenvielfalt im Motorsport“ ein. Holger Eckhardt, Pressesprecher Motorsport LMDh, GT und Kundensport bei Porsche, trifft auf Le-Mans-Gesamtsieger Timo Bernhard, Porsche-Werksfahrer Ayhancan Güven und Frank Jung, Leiter Unternehmensarchiv und Sammlungen. Die Runde gibt spannende Einblicke in den Motorsport früher und heute und spricht unter anderem darüber, wie der Weg vom eRacer auf echten Rennstrecken aussehen kann und wie es sich anfühlt, nicht mehr selbst zu starten, dafür aber ein eigenes Kundensportteam zu besitzen.
Mit dem Porsche 356 SL beginnt der Kundensport
Einer der Höhepunkte am Messestand ist ein originaler Porsche 356 SL, das erste Fahrzeug der noch jungen Sportwagenmarke Porsche, das speziell für den Einsatz im Motorsport aufgebaut wurde. Mit seinem Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1951 markiert dieser Typ (intern 514) den offiziellen Beginn des Porsche Motorsports. Der 356 SL steht von Anfang an für Vielseitigkeit: Rundstreckenfahrzeug, Rallyewagen, Rekordauto und zugleich Basis des frühen Kundensports. In den 1950er-Jahren feiert er Klassensiege auf Rundstrecken und beweist bei internationalen Langstrecken- und Zuverlässigkeitsrallyes wie Lüttich–Rom–Lüttich seine Ausdauer und Wettbewerbsfähigkeit. Ein weiteres Kapitel Motorsportgeschichte schreibt Richard von Frankenberg mit einer 72-Stunden-Rekordfahrt über 10.987 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 152,34 km/h. 1952 erreicht Gilberte Thirion Platz zwei mit ihrem 356 SL in ihrem Klassement bei der „Rallye Paris–Saint Raphaël Féminin“. Der 356 SL wird damit zum Ausgangspunkt des Kundensports: Erstmals erhalten private Fahrer und kleine Teams ein Fahrzeug, mit dem sie international konkurrenzfähig antreten können.
Der Porsche 909 Bergspyder: radikaler Leichtbau als Ansage
Das Leichtgewicht unter den ausgestellten Fahrzeugen ist der 909 Bergspyder, den Porsche im Jahr 1968 entwickelte. Die Anforderungen damals für die Läufe der Europa-Bergmeisterschaft: Ein Fahrzeug, das extreme Steigungen und schnelle Richtungswechsel meistert. Mit einem Gewicht von unter 400 Kilogramm ist der 909 eine extreme Leichtbaukonstruktion. Angetrieben wird er von einem luftgekühlten Achtzylinder-Boxermotor mit knapp zwei Litern Hubraum und einer Leistung von 275 PS (202 kW). Die Beschleunigung auf 100 km/h erfolgt in rund 2,4 Sekunden. Um das Leistungsgewicht zu optimieren, besteht der Gitterrohrrahmen aus Aluminium und die Schraubenfedern aus Titan. Die dünne Karosserie ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Unter der Verantwortung des damaligen Entwicklungsleiters Ferdinand Piëch wird der 909 Bergspyder so zu einem Fahrzeug, das technische Möglichkeiten innerhalb des Reglements bis aufs Äußerste auslotet.
Der Porsche 911 GT3 R und moderne DTM-Geschichte
Es ist noch kein Jahr her, als Ayhancan Güven in Hockenheim für das Porsche-Kundenteam Manthey EMA startete und in der letzten Runde des letzten Rennens die Meisterschaft für sich entschied. Mit seinem Sieg wird er der erste türkische DTM-Champion. Die DTM ist einer der härtesten Prüfstände für den 911 GT3 R: kurze Sprintdistanzen, Pflichtboxenstopps und identisches technisches Material verdichten den Wettbewerb auf Sekundenbruchteile. Reifenwahl, Strategie und Funkdisziplin sind so entscheidend wie Motorleistung und Aerodynamik. In Hockenheim reisen mehrere Titelkandidaten mit realistischen Chancen an, die Meisterschaft bleibt bis in die letzten Runden des Rennens offen. Bei der Retro Classics präsentiert Porsche Heritage und Museum den Rennwagen nun zum ersten Mal nach seinen Einsätzen der Öffentlichkeit.
Rahmenprogramm mit täglichen Standführungen
An allen Tagen erläutert das Team von Porsche Heritage und Museum interessierten Besuchern die ausgestellten Fahrzeuge. Für die kleinen Besucher gibt es am Messestand altersgerechte Mitmachangebote. Die erwachsenen Fans lädt der Museumsshop mit einem ausgewählten Sortiment rund um die Marke Porsche zum Stöbern ein.
Am 19. Februar ist Porsche von 11 bis 19 Uhr auf dem Messegelände. Vom 20. bis 22. Februar sind Gäste jeweils von 10 bis 18 Uhr willkommen. Auf der Retro Classics 2025 trafen sich zuletzt rund 77.000 Oldtimerfans und Sportwagen-Enthusiasten. In diesem Jahr feiert sie 25. Jubiläum.